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Die Villa Faißt

Andreas Faißt Die Clubräume der Württemberger Gesellschaft befinden sich in der denkmalgeschützten Villa Faißt in der Cäcilienstr. 66 in Heilbronn, die heute auch als „Wein Villa“ überregional bekannt ist.

Die Villa Faißt wurde 1873 von dem Bankier Christian Zillhardt 1873 errichtet. Finanzielle Schwierigkeiten zwingen Zillhardt, das fertige Haus an den sehr wohlhabenden Heilbronner Zuckerfabriksdirektor Andreas Faißt zu verkaufen. Im Auftrag von Faißt baut der Stuttgarter Architekt Professor Robert von Reinhardt das Gebäude noch vor dem Einzug der Eheleute Faißt bis 1876 um. Andreas Faißt stirbt nur kurze Zeit später 1878.

Die Witwe Henriette Faißt lebte 25 Jahre in der repräsentativen Heilbronner Villa. Sie war 45 Jahre alt, als sie mit ihrem Mann Andreas und den beiden Jungen August und Hugo in die Villa Faißt einzog. Henriette Faißt - geborene Cluss - war die Schwester des renommierten Architekten Adolf Cluss und des Bierbrauers August Cluss. Mit August Cluss hatte Faißt 1865 die Brauerei Cluss gegründet. Henriette Faißt ließ die Villa 1893 erneut umbauen und beauftragte die Architekten Carl Luckscheiter und Ernst Walter mit der Ausführung. Zur Gartenseite hin wurden Anbauten, wie Veranden und ein Gewächshaus, das mit Nischenfiguren geschmückt wurde, errichtet. An der Fassade des Anbaus im Süden befindet sich eine weitere Statue mit der Lyra, als Schutzpatronin für die Musik. Die Allegorie für Musik weist somit auf die besondere Funktion des Anbaus hin, in dem sich der Musiksaal befindet. Die Innenräume werden durch den königlichen Hof-Dekorationsmaler Ernst Bader aus Horkheim bei Heilbronn künstlerisch gestaltet. Die Innenausstattung spiegelt italienisches Intérieur von der Antike bis zur Neo-Renaissance wider. In den Jahren nach dem Umbau wird die Villa Faißt Treffpunkt der kulturellen und musikalischen Heilbronner Gesellschaft.

Henriette Faißt Nach dem Tod von Henriette Faißt wechselte die Villa Faißt mehrfach den Eigentümer. 1905 erwirbt die Villa der Kaufmann Heinrich Vohrer 1920 der Heilbronner Fabrikant Karl Döst. Ab dem Jahr 1922 nutzt es der „Reichsfiskus" als Verwaltungsgebäude. Nach dem Krieg, den die Villa als eines der wenigen Gebäude in Heilbronn nahezu unbeschädigt übersteht, sind in dem Gebäude wechselnde Bundesverwaltungen untergebracht.1960 erwirbt die Stuttgarter Neckar-Aktiengesellschaft das geschichtsträchtige Gebäude und verkauft es im selben Jahr an die Stadt Heilbronn. Diese nutzt es bis 1995 als Sitz für verschiedene städtische Ämter. Zuletzt waren in der Villa Faißt das städtische Tiefbauamt und die Hausdruckerei beherbergt.

Im Dezember verkauft die Stadt die renovierungsbedürftige Gründerzeitvilla an die Stadtsiedlung Heilbronn. Als diese mit der Restaurierung beginnt, wird deutlich, welches architektonische Kleinod hier die Zeiten überstanden hatte. In enger Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt wird die Villa Faißt detailgetreu saniert und renoviert. Nicht nur die neoklassizistische Fassade, sondern vor allem auch die prachtvollen Innenräume mit einzigartigen Decken- und Wandmalereien, machen sie zur stadt- sowie kunst-geschichtlich wertvollen und schönsten Villa Heilbronns.

Seit dem Jahr 2000 wird das Gebäude durch ein Gemeinschaftsunternehmen von 16 namhaften Weingütern und der Genossenschaftskellerei Heilbronn–Erlenbach–Weinsberg eG als „Wein Villa“ gastronomisch betrieben.